Aktuelles vom ADFC Landesverband

 

 

 

 

Berlin, 18. November 2020

041/20

Heute trifft sich das „Bündnis moderne Mobilität“. Der Zusammenschluss aus Bundesverkehrsministerium, Landesverkehrsministerien und kommunalen Spitzenverbänden hat sich vor einem Jahr zum Ziel gesetzt, schnelle Verbesserungen beim Ausbau von Fuß- und Radverkehr sowie dem ÖPNV zu erreichen. Der ADFC kritisiert die Langsamkeit der Fortschritte – sieht aber auch Aufbruchsstimmung am Horizont.

 

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Wir stehen gerade an einem spannenden Punkt in der Debatte um mehr und besseren Radverkehr. Es gibt eine immer größer werdende Gruppe der Willigen – dazu gehört das Bündnis moderne Mobilität. Und wir sehen eine Gruppe der Unwilligen, die mit Klauen und Zähnen die alten Privilegien des Autoverkehrs verteidigt. Dazu gehören der Verband der Automobilindustrie VDA, der Automobilclub ADAC und in den Stadträten oft eine unheilige Radverkehrs-Verhinderungsallianz von FDP und AfD. Nicht selten stehen aber auch CDU, CSU und SPD auf der Bremse. Und auch die Grünen treten nicht genug in die Pedale. Wir appellieren deshalb noch einmal mit Nachdruck an das Bundesverkehrsministerium, die Verkehrsministerien der Länder sowie an Städtetag, Gemeindebund und Landkreistag, jetzt Kurs zu halten. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Stadträte und Verwaltungen dürfen nicht beim kleinsten Widerstand gegen die Umwandlung von Straßenraum sofort einknicken – sondern müssen jetzt die neuen Bundesmittel für den Radwegebau mutig auf die Straße bringen. Und der Bund muss den Kommunen mehr Handlungsspielraum für die schnelle Einrichtung guter Radwege auf umgestalteten Kfz-Flächen geben. Es geht um die Zukunftsfähigkeit unserer Städte!“

 

Pressemitteilung

Neue Studie zur ‚Wetter-Elastizität‘ des Radverkehrs

„Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Infrastruktur!“   

  Berlin, 8. Oktober 2020

33/20

 Gegner des Radinfrastruktur-Ausbaus nutzen häufig das Argument, dass bei schlechtem Wetter fast alle Radfahrenden ins Auto stiegen. Das ist falsch, wie eine neue Studie der Universität Münster zeigt. Wenn das Radwegenetz gut ausgebaut ist, wird das Rad auch bei Niederschlag genutzt, bei schlechter Infrastruktur hingegen ist das kaum der Fall. Der Fahrradclub ADFC fordert den schnellen Ausbau der Radwegenetze, um das Ganzjahresradfahren zu fördern und die Städte von zu viel Autoverkehr zu entlasten.   

 

 ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Infrastruktur! Aus der Praxis wussten wir das längst, jetzt ist die These auch wissenschaftlich erwiesen. Es muss Schluss sein mit immer neuen Ausreden – wir brauchen den Radinfrastruktur-Ausbau jetzt. Wenn die Wege einladend zum Radfahren sind - und das Rad die schnellste Alternative ist, dann fahren die Menschen Rad. Bei Regen und bei Sonnenschein.“

Weniger als 5 Prozent Rückgang bei guter Infrastruktur

Die aktuelle Studie zeigt, dass in Städten mit gut ausgebauter Radinfrastruktur der Alltagsradverkehr bei schlechtem Wetter nur wenig zurückgeht – in Oldenburg und Münster um weniger als 5 Prozent, in Göttingen um weniger als 10 Prozent. In Städten mit eher schlecht ausgebautem Radwegenetz – Herzogenaurach, Stuttgart und Würzburg – geht der Radverkehr um bis zu 30 Prozent zurück.    

 Daten zu 30 deutschen Städten

Die Studie zu Effekten des Wetters auf das Radfahren haben Kathrin Goldmann und Jan Wessel kürzlich am Institut für Verkehrswirtschaft der Universität Münster vorgelegt. Sie hatten die Daten aus 122 Fahrrad-Zählstationen in 30 deutschen Regionen und Städten bei unterschiedlichen Wetterverhältnissen ausgewertet.  

 

StVO / Appell an Verkehrsminister: Fahrradnovelle wieder in Kraft setzen

Nr. 025/20, 7. Juli 2020

Stephanie Krone

Bundesverband

Telefon: 030 2091498-65
E-Mail: presse@adfc.de
Durch einen Formfehler in der novellierten Straßenverkehrs-Ordnung fallen derzeit auch die Bußgelder für gefährdendes Verhalten gegenüber Radfahrenden zurück auf das Niveau vor der Reform.

 Der Fahrradclub ADFC appelliert dringend an Bundesverkehrsminister Scheuer und die Landesverkehrsminister, die Debatte um Fahrverbote für Raser gesondert zu führen – und die Verbesserungen für den Radverkehr unverzüglich wieder in Kraft zu setzen.     

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Minister Scheuer ist angetreten, den Radverkehr sicherer zu machen. Das ist ihm mit der Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung auch in Teilen gelungen. Ein Formfehler im Gesetzespaket und die überhitzte Debatte um Fahrverbote für Auto-Raser dürfen auf keinen Fall dazu führen, dass die wichtigen Verbesserungen für den Radverkehr jetzt über Monate zurückgestellt werden. Für die Fahrrad-Sicherheit gibt es einen breiten Konsens in Bund und Ländern. Minister Scheuer und seine LänderkollegInnen müssen das Raserthema im Notfall ausklammern und dafür sorgen, dass die ebenfalls betroffene Fahrradnovelle schnellstens neu verkündet wird.“

Politisches Patt darf keine Radfahrenden gefährden  

Die Ende April in Kraft getretene neue Straßenverkehrs-Ordnung nebst angeschlossenem Bußgeldkatalog hatte zahlreiche Verbesserungen für den Radverkehr gebracht, für die der ADFC lange gekämpft hat. So wurde erstmals ausdrücklich festgelegt, dass Autofahrende beim Überholen von Radfahrenden mindestens 1,50 Meter Sicherheitsabstand halten müssen. Die Bußgelder für das Zuparken von Radwegen wurden auf bis zu 100 Euro deutlich erhöht, das Halten auf Schutzstreifen wurde ausdrücklich verboten. Auch das Abbiegen und Autotür-Öffnen ohne Schulterblick wurde verteuert. Ein Dissens über die Höhe der Sanktionen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen und ein übersehener Paragraf im Vorspann drohen jetzt auch den Rest der Reform zu kippen. Stork: „Eine Rolle rückwärts bei der Sicherheit von Radfahrenden darf Minister Scheuer auf keinen Fall zulassen.“

Sicherheit für Radfahrende seit Jahren bedenklich

Entgegen dem Trend in der Unfallstatistik verbessert sich die Verkehrssicherheit von Radfahrenden seit Jahren nicht. 88.850 Radfahrerinnen und Radfahrer verunglückten 2018 auf deutschen Straßen. Unter den Unfallopfern waren auch 10.225 Kinder. 445 Radfahrende kamen 2018 zu Tode, darunter 21 Kinder. Hauptunfallgegner ist das Auto. Hauptschuld an Kollisionen mit Autos trägt in den allermeisten Fällen (75 Prozent) der Autofahrer / die Autofahrerin.

Hinweis für Redaktionen: Unsere Pressemitteilung zum Inkrafttreten der neuen Straßenverkehrsordnung finden Sie in unserem Pressebereich. Dort gibt es außerdem Themenfotos Radverkehr sowie unsere älteren Pressemitteilungen.

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit rund 200.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

Der ADFC auf

Twitter

Facebook

Instagram

Youtube

Hashtag: #VisionZero

 

 Hier geht es zum neuen ADFC-Tourenportal

https://touren-termine.adfc.de

 

© 2020 ADFC Cloppenburg